FAQ zur GmbH-Insolvenz

 

Was kostet eine GmbH Insolvenz?

Bei den Kosten einer GmbH-Insolvenz ist zu unterscheiden zwischen den Kosten für die Beratung und Vertretung im Insolvenzantragsverfahren und den Kosten des späteren Insolvenzverfahrens. Wenn Sie sich im Antragsverfahren anwaltlich vertreten lassen, muss die GmbH, zur Not die Gesellschafter der GmbH, die Anwaltskosten vorstrecken. Diese richten sich nach Gesetz oder Vereinbarung, sprechen Sie uns hier gerne an. Sie auch Kosten des Insolvenzverfahrens.

Die Kosten des eröffneten Verfahrens (Gerichtskosten und Insolvenzverwalterkosten) werden grundsätzlich aus der Insolvenzmasse bezahlt, hierbei handelt es sich um so genannte Masseverbindlichkeiten.

Was passiert, wenn eine GmbH pleite geht?

Geht eine GmbH pleite, kann bzw. muss entweder die GmbH selbst (vertreten durch den oder die Geschäftsführer) einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahren stellen oder einer der Gläubiger der GmbH. Gläubigerinsolvenzanträge werden häufig vom Finanzamt oder von den Sozialversicherungsträgern gestellt. Zur Vermeidung der Haftung und einer Strafbarkeit wegen Insolvenzverschleppung sollten der oder die Geschäftsführer einer GmbH unbedingt einen Insolvenzantrag stellen, wenn die GmbH pleite ist.

Wer kann bei einer GmbH Insolvenz anmelden?

Anmelden kann neben den Gläubigern die Insolvenz nur der oder die Geschäftsführer der GmbH. ist kein Geschäftsführer (mehr) vorhanden, geht dieses Recht und diese Pflicht auf die Gesellschafter der GmbH über.

Bei welchem Gericht meldet man Insolvenz an?

Örtlich zuständig ist grundsätzlich das Gericht an dem Ort, an dem die GmbH ihren Sitz hat.

Wie viel Geld bekommt ein Insolvenzverwalter?

Die Höhe der Vergütung des Insolvenzverwalters hängt davon ab, wie viel er zur Insolvenzmasse erwirtschaftet. Je mehr Geld der Insolvenzverwalter zur Masse ziehen kann, desto höher ist seine Vergütung. Gemäß § 2 Insolvenzverwaltervergütungsordnung (InsVV) erhält der Insolvenzverwalter 40 % der ersten 25.000 Euro der Insolvenzmasse. Vom Mehrbetrag bis 50.000 Euro sind es noch 25 %, bis 250.000 Euro bekommt er 7 %. Die Sätze sind weiter abgestaffelt, je höher die Masse ist.

Wie wird der Insolvenzverwalter bezahlt?

Die Höhe der Vergütung wird gemäß § 64 Absatz 1 InSO durch das zuständige Gericht festgelegt, und zwar auf Antrag des Insolvenzverwalters. Das Insolvenzgericht setzt die Vergütung und die zu erstattenden Auslagen des Insolvenzverwalters durch Beschluss fest. Vergütung und Auslagen des (vorläufigen) Insolvenzverwalters gehören zu den Kosten eines Insolvenzverfahrens. Sie werden aus der Insolvenzmasse beglichen.

Was ist ein bevorrechtigter Gläubiger?

Heutzutage gibt es keine bevorrechtigten Gläubiger mehr, grundsätzlich sind nach der Insolvenzordnung alle Gläubiger gleichberechtigt. Zu Zeiten der Konkursordnung (bis 1994 gültig) waren im Konkursverfahren bevorrechtigt solche Gläubiger, die mit Vorrang vor den anderen Konkursgläubigern zu befriedigen waren. Bevorrechtigt wurden nach der Konkursordnung folgende Forderungen bedient: Löhne, Gehälter, soziale Abgaben für das letzte Jahr vor Konkurseröffnung und Steuern und öffentliche Abgaben.

Wie lange dauert eine Insolvenzeröffnung?

Es gibt keinen allgemeingültigen Zeitraum. Grundsätzlich sind Insolvenzverfahren Eilverfahren, die Zeitspanne zwischen Insolvenzantrag und Insolvenzeröffnung soll also per se kurz sein. Oft ist Anknüpfungspunkt der Insolvenzgeldzeitraum von maximal 3 Monaten. Deshalb dauert die Insolvenzeröffnung bei laufenden Unternehmen in der Regel 3 Monate.

Kann ich als Gläubiger Insolvenzantrag stellen?

Nach § 14 Abs. 1 InsO kann jeder Gläubiger grundsätzlich dann einen Insolvenzantrag stellen, wenn er seine Forderung sowie den Insolvenzgrund, zumeist die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners, glaubhaft machen und ein rechtliches Interesse an der Eröffnung des Insolvenzverfahrens darstellen kann. Gläubiger brauchen für eine wirksamen Insolvenzantrag in der Regel einen vollstreckbaren Titel (Gerichtsurteil oder Vollstreckungsbescheid) und müssen einen fruchtlosen Zwangsvollstreckungsversuch nachweisen, wobei die fruchtlose Kontopfändung nicht genügt.

Kann ich GmbH-Geschäftsführer trotz Privatinsolvenz werden?

Ja, Sie können Geschäftsführer einer GmbH werden, wenn Sie im Privatinsolvenzverfahren sind. Im laufenden Insolvenzverfahren über das Vermögen Ihrer Person müssen Sie aber den pfändbaren Teil Ihres Geschäftsführergehaltes an Ihren Insolvenzverwalter abgeben.